USA: Michigan – Indiana - Illinois – Wisconsin (15.6. – 20.6.2019)

Grenzübertritt USA (das übliche Cabaret)

Zwei nette Zollbeamtinnen und vier Macho-Zollbeamte kümmern sich in Detroit um unsere Einreise: Es fallen Bemerkungen betreffend Alphie wie zum Beispiel: „this is not IKEA“ oder „this is really impressing“. Man fragt sich, wie wir eingereist sind, die Schweizer Nummernschilder sind nicht im System vorhanden, uns fehlt eine US-Adresse und wir haben verdächtig wenig Bargeld dabei. Alphie wird gefilzt, das verbotene Brennholz im Aussenfach bleibt unentdeckt ;-), uns werden zum dritten Mal die Fingerabdrücke genommen und ein weiterer Mugshot angefertigt. Die Recherchen des genervten Beamten schlagen mit zusätzlichen zwölf Dollar zu Buche, die wir gerne bezahlen. Doch dann – nach nur einer Stunde – können wir mit Stempel und Papierchen einreisen und erhalten sechs Monate Aufenthaltsbewilligung. Geht doch.

Schadenfreude (darf man das?)

Auf der Indiana Toll Road ist nur eine Spur offen und es geht im Schritttempo vorwärts. Ein frecher Amerikaner in einem schwarzen BMW-SUV überholt flott auf dem Pannenstreifen - zum Ärger der braven Schweizer.  Ein schnittiger weisser Ford-Mustang vor uns in der Kolonne beginnt plötzlich rot-blau zu blinken - ein Zivilfahrzeug der Polizei. Dieses stoppt den frechen Amerikaner sofort. Mit gezogener Waffe werden die Papiere eingefordert,  und schon sind wir am Ort des Geschehens vorbeigefahren. Ein bisschen Unterhaltung während der Staufahrt darf durchaus sein, inklusive Schadenfreude.

Chicago

Zeigt sich von der neblig-kühlen Seite, kein Wind in der Windy City. Wir schwelgen in Erinnerungen an den Start einer Reise im Jahr 2003, damals mit unseren beiden Söhnen im Teenagealter. Neunzig Minuten schippern wir auf dem Chicago-River. Wir lassen uns die architektonischen Leckerbissen erklären, wie damals in Hamburg, am ‚Glunggireisli‘:

Wir laufen über den Navy Pier und die Magnificent Mile, ‚beschweren‘ uns mit einem Cheesecake in der Cheesecakefaktory, ‚befeuchten‘ unsere Kehlen mit einigen Drinks im House of Blues, um den Tag bei einer Deep Dish Pizza abzuschliessen. Die Pizza (zwölf Zoll Durchmesser und fünf Zentimeter Höhe, schweizer Wähenbleche können nicht mithalten) mit viel Brotteig, Käse und sonstigen Zutaten schaffen wir knapp zur Hälfte. Das Thema ‚Pizza‘ ist für die nächste Zeit gegessen.

New Glarus (wo?)

Im frühen neunzehnten Jahrhundert emigrierten viele Glarnerinnen und Glarner – und andere Schweizer - an diesen saftig grünen, weitläufigen Ort, mitten in Wisconsin. Das Schweizer Erbe wird immer noch zelebriert, obwohl niemand mehr Schweizerdeutsch spricht. Wir besuchen das ‚Swiss Historical Village‘ und lassen uns die Geschichte der Einwanderer anschaulich erklären. Es ist erstaunlich, wieviel schweizerische Authentizität noch erhalten geblieben ist.

Im überlieferten Stammbaum von Thomas sind einige Auswanderer namentlich erwähnt. Die Freude ist gross, den eigenen Familiennamen im Museum, als Strassenname, im Telefonbuch und auf historischen Grabsteinen wieder zu finden.

In der ‚Glarner Stube‘ treffen wir wie geplant auf eine Glarner Kalberwurst, die klassisch mit Zwiebelsauce und Kartoffelstock serviert wird. Sie kommt jedoch bei weitem nicht an das Familienrezept heran. Die Würste sind nur im Kanton Glarus erhältlich. Das Rezept für das Menü kann über das Kontaktformular bei uns angefordert werden.

Uns erwarten Wappentiere, Kultur und Toleranz.

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