Mendocino – Santa Rosa – San Francisco – Big Island (Hawaii)

(27.10. – 6.10.2019)

Evakuiert
Kurz nach Ankunft im Salt Point State Park werden wir vom Sheriff informiert, dass fünfundzwanzig Meilen entfernt ein grosser Waldbrand wütet und dass der Park eventuell evakuiert werden muss. Um einundzwanzig Uhr ist es dann soweit, mit Lautsprechern, blinkenden Lichtern und Sirenen werden wir aufgefordert, den Platz zu räumen und in Richtung Norden wegzufahren. Nach zehn Kilometern auf dem sehr kurvigen durch enge Spitzkehren führenden Highway 1 erfahren wir, dass die Evakuationsroute nach Süden, Richtung San Francisco, ebenfalls offen ist.

Wir drehen um und fahren weitere vierzig Kilometer nach Jenner. Dort stellen wir uns zusammen mit anderen Evakuierten erschöpft ins Parkverbot eines Motels. Nach einer kurzen, windigen Nacht haben wir Lust auf Pancakes und fahren durch den deutlich riech- und sichtbaren Rauch zum nächsten IHOP (International House of Pancakes) in Santa Rosa. Alle Geschäfte und Tankstellen sind geschlossen und menschenleer, es gibt nichts zu kaufen, der Strom wurde abgestellt. Auch die Verkehrsampeln funktionieren nicht, wer zuerst an die Kreuzung fährt hat Vortritt, funktioniert wunderbar.

Wir backen unsere Pancakes dann selber und plaudern mit einem Firefighter aus Nevada, der vergeblich einen offenen Coffeeshop sucht. Über den lokalen Radiosender erfahren wir, dass in Sonoma County rund 200‘000 Menschen evakuiert werden mussten und dass es sich um den grösste Waldbrand in der Geschichte hier handelt. Es wird empfohlen nicht zu den Sammelplätzen in Kirchen und Schulen zu fahren, da diese bereits überfüllt sind, sondern auf dem Highway 101 das Weite zu suchen. Und so stehen wir mit vielen Evakuierten im Stau Richtung San Francisco, es dauert Stunden bis wir endlich eine Pause einlegen und den bedenklich leeren Tank füllen können. Die Fahrt über die Golden Gate Brücke ist dabei eine willkommene Abwechslung.

Nach dreissigtausend Kilometern und einhundertsiebzig Tagen ‚on the road‘ brauchen wir Ferien...

Alphie kann nicht mitkommen und muss ins Langzeitparking des Flughafens San Francisco. Fünf Stunden Flugzeit und weitere drei Stunden Zeitverschiebung später landen wir auf Big Island (Hawaii). Traumstrände, perfekten Wellen, dreissig Grad und fünf Vulkane erwarten uns. Kilauea gilt als der aktivste Vulkan der Welt und hat letztes Jahr seinen seit 1983 andauernden Ausbruch beendet. Die Spuren sind im Volcanic National Park noch deutlich sichtbar, es gibt jedoch keine glühenden Lavafelder mehr. Die Sonnenuntergänge sind spektakulär und der grüne Blitz, eine Farberscheinung unmittelbar nach dem Untergang, einige Male sichtbar.

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Der historische Besuch von Captain Cook im Achzehnten Jahrhundert endete mit seiner Ermordung durch die Hawaiianer wegen eines gestohlenen Ruderbootes. Der Leiche wurde die grösste hawaiianische Ehre erwiesen: zerstückelt und die Teile an Chiefs und die englischen Seefahrer verschenkt.

Bei der Besichtigung von weiteren Kultplätzen beispielsweise im Pu’uhonua o Hônaunau National Park, verbringen wir entspannte Tage im feucht-heissen Novemberklima.

Bei einem kühlen IPA-Bier – ja es gibt Bier auf Hawaii – oder einem ‚Schirmli‘-cocktail lässt sich dieses Leben aushalten.

Mit den Kona Honu Divers tauchen wir in die Unterwasserwelt ab. Die Riffe sind jedoch infolge Korallenbleiche weit davon entfernt intakt zu sein. Trotzdem erleben wir entspannte Tauchgänge.

Weltbekannt sind die Nachttauchgänge in ‚Manta Heaven‘. In zehn Metern Tiefe sitzt man rund um einen Steinkreis in dem helle Lichter platziert wurden (Manta Campfire). Das Licht zieht Plankton an, Futter für die Mantas. Beim zweiten Versuch schwebt Vicky Ray nur wenige Zentimeter über uns hinweg und verzaubert alle mit ihren Fresskapriolen. Rund 240 Mantas leben hier an der Küste und können anhand der Flecken am Bauch auseinandergehalten werden. Ein unvergessliches Erlebnis!

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Von Aloha zu Hola!

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