ein Zahn bricht, Juni 22

Eva bricht beim Biss in ein Wantan beim Chifa (peruanisches Chinarestaurant) ein grosses Stück Zahn ab. Weiteressen ist nicht möglich. Wir lassen uns Alles einpacken und hetzen zu einer noch offenen Zahnklinik quer durch Huaraz. Dort werden wir kurz vor Schliessung noch herzlich empfangen, die Selbstdiagnose von Eva wird bestätigt und der Zahn sofort geflickt. Die Arbeit der Schweizer Zahnärzte am Gebiss von Eva wird ausgiebig bewundert und sehr gelobt. Wir sind nicht sicher, ob der nette ältere Herr, der die ‘grande reconstruccion’ durchgeführt hat, Dentist (Handwerker) oder wirklich Zahnarzt ist. Happy End? Mal schauen wie sich dieser ‘Flicken’ entwickelt. Kostenpunkt: ca. CHF 80.00.

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Sturz von Thomas auf der Isla del Sol, Bolivien, April 2022

Ausgeschrieben ist die Wanderung auf der Isla del Sol mit acht Kilometern und drei Stunden Zeit, bis zum Hafen in Yumani. Tatsächlich wandern wir zwölf Kilometer über den inca-kopfsteingepflasterten Camino Norte-Sur mit steilen Aufstiegen auf über 4000 müM. Da geht oft die Puste aus und am Ende müssen wir uns sogar noch beeilen. Die steilen sehr unebenen und mit grossen Steinen gepflasterten ‘Strassen’ in Yumani führen zum Unfall: Thomas bleibt an einem Stein hängen und stürzt kopfvoran. Er verletzt sich an diversen Stellen, insbesondere ein tiefer langer Schwartenriss an der Stirn blutet stark. Mit einem Taschentuch auf der Wunde schaffen wir den Weg in den Hafen, nur um zu erfahren, dass das Boot erst später abfährt. In unserem mitgeführten Notfallpäckli haben wir alles dabei, um die Verletzungen zu versorgen, was von anderen Reisenden neugierig beobachtet wird. Ein Schamane bietet uns sogar Dschungelmedizin an, wir lehnen dankend ab.

Die Überfahrt verläuft schleppend, da noch ein Halt an einer schwimmenden Insel mit Restaurant erfolgt: wir warten, andere trinken Bier. Endlich im Hafen von Copacabana angekommen gehen wir zu Fuss ins Spital. Die Aufnahme ist unkompliziert und die Wundversorgung erfolgt durch eine nette Doctora sehr sorgfältig und professionell: sieben enge Stiche mit feinem Faden, wir hoffen es gibt eine ‘schöne’ Narbe.

Glück im Unglück: Thomas hat keine Gehirnerschütterung oder andere behandlungsbedürftige Verletzungen erlitten. Nach dem Bezahlen der Rechnung (umgerechnet ca. CHF 17) verlassen wir das Spital versorgt mit Medikamenten (Antibiotika / Diclofenac) für die nächsten Tage in Richtung ‘unseres’ Kioscos bei Dona Inés.
Fazit: Wanderungen auf über 4000 müM unter Zeitdruck streichen wir aus unserem Programm.

Batterieproblem, Bolivien, Uyuni, April 2022

Alphie springt nicht an, es klickt nur verdächtig. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir hier in Südamerika noch nie diesbezügliche Probleme. Wie es scheint haben die beiden Starterbatterien den Dienst quittiert. Da hilft nur das dicke Überbrückungskabel und der starke Motor des Iveco von Lynn und Célien. Unser Starterkabel wäre zu dünn gewesen! Nach einigem Stottern springt er an und wir fahren zu unserem Lieblingsübernachtungsplatz beim Zugfriedhof. Den Motor lassen wir noch lange laufen, um die Batterien soweit als möglich aufzuladen. Am anderen Morgen springt er trotz Kälte und Höhe unverdächtig sofort an. Trotzdem, wir brauchen neue Batterien, denn wir könnten keinen einsamen Platz mehr anfahren und bei jedem Starten hätten wir ein ungutes Gefühl.

In Uyuni, wo hunderte Toyota Landcruiser unterwegs sind, gibt es Batterien fast an jeder Ecke. Die richtigen Batterien sind an Lager und werden sofort eingebaut. Die Preisfindung ist unübersichtlich: der ausgerufene Preis wird um angebliche Steuern reduziert und es gibt noch einen Rabatt. Wir werden gefragt, ob wir die beiden alten Batterien behalten wollen. Als wir verneinen, wird der Preis nochmals reduziert. Wahrscheinlich werden die alten Batterien aufbereitet und weiterverkauft, landen also nicht auf einer Mülldeponie. Insgesamt (inkl. neuem dickem Überbrückungskabel) hat der Spass umgerechnet ca. CHF 263.00 gekostet.

Gerissene Schweissnaht (März 2022)
Thomas entdeckt, dass der Inhalt unserer Aluminiumheckkiste nur von den Sandblechen am Herausfallen gehindert wird. Die vielen Kilometer auf Ripio mit den dauernden Erschütterungen und wahrscheinlich auch das damit verbundenen ‘Hüpfen’ des Tisches und der Stühle in der Kiste haben die Schweissnaht überfordert.

Ein Spanngurt verhindert das weitere Reissen der Naht und entlastet die Sandbleche. Aber das ist keine Dauerlösung, wir brauchen einen Schweisser, der Aluminium schweissen kann.

Am Samstag fahren wir direkt zu einem auf iOverlander eingetragenen, Schweisser in Salta, um einen Termin für Montag zu vereinbaren. Aber er hat noch gleichentags Zeit und ganz nach dem Motto: erledigt ist erledigt, willigen wir trotz völlig verdrecktem Fahrzeug ein.

Kiste ausräumen, vom roten Staub befreien und abmontieren, alles an einer stark befahrenen Strasse und unter Beobachtung neugieriger Argentinier. Das Schweissen dauert gut eine Stunde, die Angestellten helfen bei der Montage der Kiste und schon sind wir auf dem Weg auf den Campground der Stadt.

Schön ist die Naht nicht, aber sie sieht robust aus.

Grenzscharmützel zum Ersten / Paso Integral Austral/Monte Aymond / Januar 2022
Am Grenzübergang in San Sebastian schieben die Chilenen Panik, denn es gab einen Covid-Ausbruch. Nur jeweils eine Person darf ins Zollgebäude und es gibt nur ein Transitvisum für Chile. Wir müssen für die längere Einreise nach Chile zum Paso Integral Austral/Monte Aymond zurück, Dreihundert Kilometer Umweg. Dort erwarten uns auf der chilenischen Seite sehr lange Schlagen. Zwei Stunden für Schritt Eins (Papierchen für Abfertigungsstempel), drei Stunden für den obligatorischen Schnelltest und weitere drei Stunden für die effektive Zollabfertigung.

DOCH wir können nicht mit einem Transitvisum direkt wieder in Chile einreisen. Zuerst aus Chile ausreisen, dann in Argentinien ein- und gleich wieder ausreisen, um dann erneut in Chile einzureisen. Auf das Problem mit dem abgelaufenen PCR-Test gehen wir hier gar nicht ein! Es ist schon später Abend und unsere Nerven liegen blank, der Zollbeamte, ebenso entnervt, schickt eine Nachricht an ‘Silvia’ beim argentinischen Zoll, bei ihr sollen wir uns melden. Nichts wie hin.

ABER die Schlange auf der argentinischen Seite ist ebenso lang wie auf der chilenischen. Nach weiteren zwei Stunden und einer kurzen Bekanntschaft mit ‘Silvia’ (sie hat aus dem Hintergrund die Dokumentation unserer Ein- und Ausreise überwacht) stehen wir wieder auf der chilenischen Seite. Dafür haben wir im Niemandsland Off-road die Lastwagenkolonne überholt, wir können keine Rücksicht mehr nehmen.

ABER dort wurde das Zollgebäude zur Desinfektion für eine Stunde geschlossen. Wir warten mit einigen israelischen Backpackern, die das Gleiche wie wir erlebt haben, auf die Einreise. Diese wird endlich zügig abgewickelt. Müde, hungrig, entnervt und mit einem gewaltigen Sonnenbrand im Gesicht fahren wir den nächsten Stellplatz an und geniessen ‘Cuisine brutale’ (Tortellini mit Sauce) vom Feinsten.

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Grenzscharmützel zum Zweiten / Paso Integral Austral/Monte Aymond / Januar 2022
Die Zustände an diesem Zoll sind ungeheuerlich und nicht der Pandemie geschuldet. Es ist hier immer so, versichern uns Argentinier und Chilenen. Die Menschen stehen in langen Schlangen auf der Strasse, in der Sonne, im Staub. Die Toiletten sind in einem katastrophalen Zustand. Kinder reagieren ihren Bewegungsdrang ab und rennen umher. Lastwagen und Reisende, die es endlich über den Zoll geschafft haben, geben Gas und donnern nur wenige Meter an den Wartenden vorbei. Wir fragen uns wie lange es wohl dauert bis es hier einen schlimmen Unfall gibt. Informationen, Schilder, Anweisungen gibt es nicht, man muss sich Durchfragen. Wir stehen wieder in der Schlange und allein die Ausreise aus Chile dauert zwei Stunden. Auf der argentinischen Seite wird gerade das Zollgebäude desinfiziert, deshalb geht eine Stunde gar nichts. Danach warten wir nochmals eine gute Stunde bis wir endlich an der Reihe sind.

ABER wir müssen vor der Einreise unsere Papiere betreffend Covid prüfen lassen und das können die Zollbeamten nicht. Diese Prüfung kann erst AM NÄCHSTEN TAG ab zehn Uhr durchgeführt werden. Wir werden von der Grenzpolizei dezidiert auf die chilenische Seite zurückgeschickt, wo wir auf dem Zollparkplatz die Nacht verbringen müssen. Anderntags stehen wir wieder in der Schlange vor der Covid-Prüfstation und treffen auf französische Backpacker. Ihnen ist es genau gleich ergangen wie uns. Sie mussten auf dem Boden des chilenischen Zollgebäudes übernachten, unglaublich! Am Mittag ist es dann soweit, wir haben alle Stempel, springen in unseren Camper und wollen Gas geben.

ABER der Zollbeamte an der Schranke bemerkt, dass bei den Autopapieren etwas nicht stimmt, anstatt einer Einreise wurde uns die Ausreise bestätigt. Thomas muss nochmals zurück ins Zollgebäude, um beim unaufmerksamen Beamten die richtigen Papiere zu verlangen. Wir wiederholen hier nicht mit welchen ‘Namen’ wir diesen Zollbeamten bedacht haben. Und überhaupt, DIESE Grenze streichen wir aus unserem Wortschatz, abgehakt.

Zitat Thomas: die Grenze, deren Namen in unserer Gegenwart nicht mehr genannt werden darf.

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Ausgeraubt – schon wieder! Montevideo November 2021
Am frühen Morgen erreicht uns eine Email von Lynn aus dem Wallis. Sie informiert uns, dass ihr Fahrzeug ausgeraubt und erheblich beschädigt wurde. Sofort geht Thomas zum Hafen und versucht an den Sicherheitsangestellten vorbei zu unserem Alphie zu gelangen. Zu Fuss wird er abgewiesen, mit dem Taxi kommt er problemlos ins Hafenareal hinein. An unserem Fahrzeug steht das Küchenfenster offen und ein Blick in die Kabine bestätigt, dass ungebetene Gäste zugange waren. Mit diesem Informations­vorsprung treffen wir am Nachmittag unseren Zollagenten Eduard Kessler, der abwiegelt und beruhigt. Wir unterschreiben kein Dokument, das einen unversehrten Zustand unseres Campers bestätigt und können das Hafenareal deshalb nicht verlassen. Ein Versicherungsvertreter muss zuerst den Schaden inspizieren und dokumentieren. Neben dem Durcheinander und dem mit Öl verschmierten Sitzpolster fehlen (nur) einige Sackmesser, der Lautsprecher, Taschenlampen, Stirnlampen, Männerkleider. Das Fahrzeug und die Kabine sind bis auf ein paar Kratzer am Küchenfenster unbeschädigt. Glück im Unglück. In alle Fahrzeuge, die mit der Grande Angola von Grimaldi am 27.11.2021 in Montevideo angekommen sind, wurde eingebrochen. Durch eingeschlagene Scheiben kam es bei einigen zusätzlich zu erheblichem Wasserschaden. Und nun ‘hampeln’ wir mit der Seefrachtversicherung, der Ausgang ist ungewiss. Aber endlich dürfen wir das Hafenareal verlassen.

Gelegenheit macht Diebe (Griechenland, 12.5.2021)
Wir freuen uns über den Impftermin und geniessen unseren letzten Tag in Griechenland, am Strand, 30 Meter vom Stellplatz entfernt. Wir bemerken nicht, dass wir ausgespäht werden. Als der Stellplatzbesitzer kurz wegfährt schlagen sie zu: einer bleibt im laufenden Auto, einer steht auf dem Zufahrtsweg Schmiere und der Dritte schlendert zu unserem (leider dummerweise, wie blöd kann man denn sein!) unverschlossenen Camper und klaut unsere Taschen. Ein Sprung über den Zaun, ein Spurt zum laufenden Auto und schon sind sie weg. Das Ganze hat ca. eine Minute gedauert, wie der Film der Überwachungskamera zeigt. Für’s Protokoll kommt die Kriminalpolizei und identifiziert die Kriminellen als Bewohner des ihnen bekannten naheglegenen Gipsy-Camps. Wir haben Glück im Unglück, die Handys wurden nicht gestohlen, weshalb wir innert kürzester Zeit die Kreditkarten sperren können. Wir erhalten von der Versicherung einen grossen Teil des überschaubaren Schadens zurück. Wir ärgern uns trotzdem gewaltig über uns selber.

In Ayuacan von der Policia transito angehalten (November 2020)
Es blinkt und hupt hinter uns, wir sind auf einer breiten richtungsgetrennten vierspurigen Strasse unterwegs und die Policia transito befiehlt uns lautstark am Strassenrand anzuhalten. Drei Beamte entsteigen einem schrottreifen grün-weissen Auto aber wir haben im weiteren Verlauf nur mit einem von ihnen zu tun, die anderen stehen gelangweilt herum. Er verlangt den Führerausweis. Wir geben eine Kopie, er verlangt das Original, wir sagen ihm, dass er das Original nur sehen aber nicht haben kann. Er verlangt die Fahrzeugpapiere und den Versicherungsnachweis, wir geben ihm das Verlangte (nur Kopien). Der Beamte behauptet wir seien auf einer falschen Strasse unterwegs (was nicht sein kann) und befiehlt uns ihm zu folgen. Wir fahren hinter ihm her in einen Aussenbezirk von Ayuacan, wo wir wieder anhalten müssen. Mit gezücktem Bussenzettelblock informiert er uns, dass wir in der falschen Richtung unterwegs gewesen seien (was nicht stimmt) und wir eine Busse erhalten. Wir übergeben ihm ein Formular, das Beamte bei Bussen an Touristen ausfüllen müssen, er tut erstaunt. Gleichzeitig rufen wir Nathan von Cancun Storage an (er hatte uns entsprechende Hilfe angeboten) und schildern ihm die Situation. Wir übergeben das Telefon dem Beamten und sagen ihm, dass unser Anwalt (abogado) am Telefon sei. Es wird kurz auf Spanisch konversiert und wir erhalten das Telefon zurück. Nathan erklärt, dass er im Internet nachgeschaut und den Beamten informiert hat, dass die Busse für Fahren in der falschen Richtung 430 Pesos (ca. CHF 22) und nicht die verlangten 5000 Pesos (ca. CHF 230) beträgt. Als wir dem Polizeibeamten erklären, dass wir kein Bargeld (effectivo) dabei haben und nur mit Kreditkarte (con tarjeta) auf dem Polizeirevier bezahlen können, gibt er uns wortlos unsere Dokumente zurück und winkt uns weiter. Wir können es fast nicht glauben, danke Nathan. Wir haben auf der iOverlander-App einen entsprechenden Warnhinweis gepostet.

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Autopanne Juli 2020
Stotternd und mit letzter Kraft erreichen wir den Parkplatz unseres Hotels in Epernay. Wir kontaktieren den TCS-Schweiz, dieser organisiert umgehend einen lokalen Abschleppdienst, der sich für 17:04 Uhr ankündigt. Um 17:40 Uhr – haben wir etwas falsch verstanden? – kommt er angefahren, hat aber den Computer zum Auslesen des Fehlers nicht dabei. Er kann nur eines: abschleppen, aber heute Abend nicht mehr. Er verspricht die Opel-Garage zu kontaktieren und uns am nächsten Morgen um 8:00 Uhr abzuschleppen. Alles klappt super mit einer kleinen Ausnahme: die Opel-Garage weiss von nichts und ist ausgebucht. Wir können vereinbaren, dass die Diagnose noch heute (Donnerstag) erfolgt und wir telefonisch kontaktiert werden. Um 16:00 haben wir immer noch keinen Anruf erhalten, weshalb wir mit dem Velo persönlich vorfahren. Er sei gerade dabei gewesen uns anzurufen, lügt der eigentlich nette Empfangsangestellte. Wir lassen uns nicht abwimmeln, warten, trinken auf Opelkosten Kaffee und Mineralwasser und erhalten endlich die Diagnose: die Zündspule hat den Geist aufgegeben, Kostenvoranschlag: 500 Euro. Die gute Nachricht: das Ersatzmaterial kann bestellt und die Reparatur morgen, Freitag, vorgenommen werden. Das heisst für uns nur eine Zusatznacht in Epernay. Als wir anderntags nach weiteren Champagnerdegustationen (insgesamt waren es deren 13) unser Auto repariert abholen, belaufen sich die Kosten nur auf 390 Euro (es hat noch Rabatt auf die Ersatzteile gegeben). Der anfänglich schlechte Eindruck hat sich ins Positive gewandelt: nett, kompetent, manchmal unehrlich aber fair. Das erinnert uns stark an Mexico!

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Der Kuss (18.1.2020)
Der Aussichtsberg ‚Cerro de la Bufa‘ in Zacatecas ist am Sonntag überlaufen und die Parksituation sehr eng. Beim Parkieren knirscht und scheppert es verdächtig. Sch..... oder spanisch Mie...! Wir haben ein altes mexikanisches Auto (es sieht schrottreif aus) touchiert. Sein Rücklicht ist zerbrochen, unser Unterfahrschutz ist abgeknickt und auf der Seite hat es einige neue Streifen. Die beiden jungen Mexikaner, sie tragen dick gefütterte Winterjacken mit dem Aufdruck ‚Bad Ass‘, bleiben völlig gelassen und helfen uns, unser Fahrzeug korrekt zu parkieren. Die Schadensregulierung wird mexikanisch einfach durchgeführt: ein ‚Nötli‘ wechselt den Besitzer und alle sind zufrieden. Am Unterfahrschutz nehmen wir Anpassungen vor (er wird einfach gekürzt), kein Problem. An die neuen Streifen müssen wir uns erst noch gewöhnen. Fall abgewickelt!

Dieselmisere mit Nebengeräuschen (9.9.2019)
Stotternd und qualmend erreichen wir am Sonntag Bozeman, an eine Weiterfahrt ist nicht zu denken. Am Montagmorgen fahren wir eine gemäss Internet mit Dieselmotoren vertraute Garage an. Nach Stunden des Wartens folgt die Diagnose, alle Dieselinjektoren müssen ausgetauscht werden, Kostenpunkt mehrere Tausend Dollar und mindestens vier Tage Wartezeit auf die Ersatzteile. Dieser Schock sitzt! Vor der definitiven Auftragserteilung erbeten wir uns Zeit und hängen uns ans Telefon. Wir erfahren von George (Valley Hybrid Garage in Stockton, San Francisco), dass es ca. 10 Kilometer weiter in Belgrade eine auf Toyota Landcruiser spezialisierte Garage gibt. Wir melden uns telefonisch an und schaffen immer noch stotternd die zehn Kilometer ohne liegen zu bleiben. Bei den Overland Cruisern kennt man uns bereits! Wir waren auf dem Walmartparkplatz auch nicht zu übersehen.

Wir werden von Steve, dem Boss und Ross dem Storemanager empfangen. Oskar, erfahrener Mechaniker aus Kolumbien, nimmt sich des Problems mit seinem Stethoskop an. Es wird mit Dieselpurge geputzt und Anpassungen vorgenommen. Alphie läuft wieder, die Erleichterung ist gross. Beim ersten Versuch in den Yellowstone Park zu fahren, tritt das alte Problem leider wieder auf und wir müssen umkehren. Es muss nochmals ‚geputzt‘ werden und bei der Prüfung des Diesels stellt sich heraus, dass er mit Partikeln verunreinigt ist. Mit gereinigtem Diesel, neuen Filtern, einigen Flaschen Dieselpurge und herzlichen Abschiedswünschen fahren wir dann definitiv weiter.

Randbemerkung
Wir durften auf dem Garagenvorplatz nächtigen und wurden mit Kuchen und Apple Cider bei Laune gehalten. Die Nachbarin, Terry, beschenkte uns mit einem grossen Zuchetti und drei Liter Apfelsaft. Alle sehr nett, hilfsbereit und herzlich. VIELEN DANK

Licht aus (18.8.2019)
Wir stehen an der Auffahrt zum Toc-cut-off-Highway und Alphie ist das Licht ausgegangen, das Armaturenbrett zeigt nix an, absolute Stille. Thomas sucht systematisch nach dem Fehler und muss nach einer Stunde erkennen, dass es ohne Hilfe kein Weiterkommen gibt. Es ist Sonntag Morgen auf einem einsamen Highway, es kommen kaum Autos vorbei. Bei eisigem Wind und sehr tiefen Temperaturen läuft Eva zum glücklicherweise nur drei Kilometer entfernten Grizzly Lake RV Park und trifft auf die hilfsbereiten Besitzer Dede und Kathy. Die nächste Autowerkstatt (Willard’s) befindet sich 111 Kilometer entfernt in Toc. Dede telefoniert und erklärt die Situation. Die Werkstatt benötigt jedoch genaue Angaben über das Fahrzeug, deshalb wird Eva im warmen Auto zurückgefahren, es werden Photos gemacht und verschickt. OK, die Werkstatt schickt Hilfe, in ca. zwei Stunden sollten sie ankommen. Wir bedanken uns herzlich bei Dede und Kathy, ziehen uns in die warme Kabine zurück und backen zum Trost ein paar Pancakes, um die Wartezeit zu versüssen. Zwei nette Jungs mit einem bereits in die Jahre gekommenen Abschleppwagen fahren dann wie verabredet vor, können aber das Problem vor Ort nicht lösen, deshalb muss Alphie abgeschleppt werden. Nach knapp zwei Stunden stehen wir vor der Werkstatt, wo wir übernachten dürfen. Auf der Abschleppfahrt sehen vier Moose und einen Fuchs mit Beute, können aber logischerweise zum Fotografieren nicht anhalten! Am Montagmorgen, es hat sich bereits eine kleine Schlange von Hilfe benötigenden Campern gebildet, erscheint ein völlig übernächtigter Mechaniker, denn es ist Jagdsaison und viele Männer schlagen sich die Nächte auf der Pirsch um die Ohren! Er findet den Fehler nach kurzer Suche, eine Kabelsicherung ist durchgeschmort. Die Reparatur dauert dann eine Stunde und Alphie schnurrt wieder. Die Schlussrechnung beläuft sich auf nur 188 Dollar, das nennen wir einen fairen Preis. Klar haben wir uns bei den ‚Tips‘ nicht lumpen lassen….

Ein Stern in der Windschutzscheibe (21.7.2019)
Es musste kommen, denn auf dem Alaska Highway wurden viele Stellen ausgebessert und mit losem Kies bestreut. Oft warnen Schilder vor diesem ‚loose gravel‘ und raten zum langsamen Fahren. Niemand hält sich daran, insbesondere die Lastwagen brettern ohne Rücksicht über den Kies und wirbeln die losen Steinchen auf. Wir werden mehrfach getroffen und dann, klick, haben wir diesen unerwünschten Stern auf der Windschutzscheibe: diese muss dringend repariert werden. Die Dame im Visitor Center von Watson Lake lächelt, als Eva ihr die Situation schildert, denn wir sind heute bereits die Dritten mit diesem Problem. Auswendig nennt sie die Seitennummer im  ausgelegten Werbeprospekt von Whitehorse, auf der die einschlägigen Firmen ihre Annoncen platziert haben.  Nach Whitehorse sind es noch rund dreihunderfünfzig Kilometer, die Scheibe muss durchhalten. Völlig unaufgeregt wird der Stern dann auf einem Parkplatz unter einem kleinen Zelt ausgebessert.

Update 31.7.2019: zwei weiter `Chips`mussten nach der Fahrt über den Dempster Highway in Dawson City repariert werden.

Gas (Mai - Juli 19)
Dass wir unsere leichte schweizer Gasflasche infolge fehlenden Adapters zurücklassen mussten, haben wir bereits berichtet. Wir kaufen kanadische Flaschen, die wir mit dem vorhandenen Adapter am Herd der Kabine anschliessen. Wollen wir die Aussenkochstelle nutzen, muss Thomas den Adapter ‚umhängen‘. In Miramichi (siehe Bericht..) mussten wir feststellen, dass die Leitung leckt und somit die Aussenkochstelle nicht betrieben werden kann. In der Zwischenzeit konnten wir das Leck orten: es fehlt ein winziges Dichtungsringlein. Dieses finden wir im Canadian Tire (DIY) und es dichtet. Zwischenzeitlich haben wir zudem einen Zweitadapter in Deutschland bestellt und nach Calgary liefern lassen.

Update 15.7.2019: kein Paket am Campground in Calgary! Wenig Hilfsbereitschaft seitens des chinesischen Managements.

Update 21.7.2019: in Whitehorse füllen wir unsere Gasflaschen auf, beim Bezahlen bemerkt Thomas eine 'Wühlkiste' mit diversen Gasadaptern. Leider ist das gesuchte Stück nicht dabei doch wir werden an eine RV-Reparaturwerkstatt verwiesen. Dort werden wir nach längerer Diskussion, komptentem Eingreifen der Seniorchefin und vielfachem Ausprobieren fündig. Problem gelöst! Wir können nun gleichzeitig innen und aussen kochen. Der Campground in Calgary kann uns mal...

Solarpanels (Juni 2019 - Januar 2021)

Update 14.1.2021
Wir hätten uns nie träumen lassen, dass das defekte Solarpanel seinen Weg zurück nach Europa findet. Wenn wir schon mal da sind, lassen wir es fachgerecht von Marco Achermann (AlphaCAB in Herbertingen) reparieren. In Mexico haben 200 Watt gut gereicht aber im winterlichen Europa sind 300 Watt kein Luxus.

Sie funktionierten auf der Probefahrt in Italien tadellos. Hier in Nordamerika ist das nicht mehr so, sie laden nicht. Unsere Batterie wird zurzeit nur beim Fahren über den Alternator geladen. Das reicht aus, wenn wir unterwegs sind, länger frei Stehen ist nicht möglich. Thomas hat mit Alpha-CAB Kontakt aufgenommen und Tipps erhalten. Wir haben für solche Situationen einen Zangenmultimeter dabei. Wir entdecken, dass ein Modul eines Panels ‚durchgeschmort‘ ist. Thomas isoliert das defekte Panel elektrisch und die beiden verbleibenden Panels beginnen sofort wieder zu laden, wenigstens ein Teilerfolg. Marco von Alpha-CAB bemüht sich um Ersatzmaterial. Wir berichten…

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