MOAB

Henry Lake - Atomic City - Craters of the Moon National Monument - Antelope State Park - Salt Lake City - Moab - Arches National Park - Canyonlands National Park (Teil Island in the Sky und Teil Needles)

(13. – 25.9.2019)

Nach dem Dichtestress im Yellowstone National Park brauchen wir Erholung. Diese finden wir am Henry Lake, im Wald, allein, denken wir.

Weitere Bilder von Übernachtungsplätzen am Schluss dieses Berichts.

In Idaho durchqueren wir das Atomversuchsgelände, wo in Atomic City der erste Atomreaktor der Welt stand. Die Radioaktivität hat nachgelassen, man darf auf dem Weg wieder Stopps einlegen, früher war das anders!

Nightlife
Am ‚Devil’s ½ Acre‘ finden wir ein nettes Übernachtungsplätzchen inmitten erstarrter Lava. In der Nacht reissen uns ankommende Autos, laute Stimmen und Feuer aus dem Schlaf. Einheimische Jugendliche feiern auf höchster Stufe. Als der Gettoblaster anfängt zu wummern, überlassen wir den jungen Leuten diese Partylocation und dislozieren. Es bewährt sich, dass wir auf ‚wilden‘ Übernachtungsplätzen immer in Fahrtrichtung stehen und abfahrbereit ‚erstellt‘ sind.

Im Crater of the moon National Monument finden wir einen Übernachtungsplatz inmitten des riesigen Lavafelds. Vor ca. Zweitausend Jahren tat sich hier ein Riss über dem Hotspot (heute Yellowstone) auf und es flossen gigantische Mengen Lava aus. Die Lavaqualität, z.B. dünnflüssig oder langsam, wird mit Hawaiianischen Worten (z.B. ah-ah) beschrieben. Das Gestein sieht aus wie aus der Tube gedrückt, hingepflättert oder überbröselt, erstarrte Bewegung. Die Wanderungen in dieser ‚Mondlandschaft‘ sind nicht von dieser Welt, anstrengend, durstig, weit aber spektakulär.

Als sich der Riss zu schliessen begann, spuckte es aus den letzten offenen Löchern noch Lavafetzen, die sich zu ‚Spatter Cones‘ (Spuckkegel) aufschichteten.

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Im Antelope Island State Park dümpeln wir auf dem Great Salt Lake auf dem Salzwasser. Übernachtungen sind nur auf den dafür vorgesehenen Campgrounds gestattet. Die Kosten sind gering und als Attraktion grasen ungeniert Bisons zwischen den Campern, ein sehr gewöhnungsbedürftiges Gefühl, denn andernorts müssen hundert Meter Abstand zu diesen Riesen eingehalten werden.

Geplant war, Salt Lake City auszulassen, da waren wir bereits,  1986 noch unverheiratet. In der ‚Old Spaghetti Factory‘ wärmen wir dann doch Erinnerungen auf und geniessen wie damals einen feinen Teller Spaghetti.

In Moab, das auch im September immer noch von abenteuersuchenden Touristen überlaufen ist, finden wir den letzten kleinen Platz auf einem Campground und machen uns auf in den Arches National Park. Das Ziel ist – wie 2007 anlässlich einer Reise mit unserem Sohn Matthias – den weltbekannten Delicate Arch bei untergehender Sonne und ohne Menschen abzulichten. Kein einfaches Unterfangen, denn insbesondere die chinesischen Besucher zelebrieren das ‚Photoposing‘.

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Immer noch im Arches National Park erwandern wir anderntags den Devil’s Garden. Der Name ist Programm, man kann sich teuflisch darin verlaufen. Mit ‚Gurumaps‘ finden wir den Weg aus dem unübersichtlichen Labyrinth und benötigen für die zwölf Kilometer rund anderthalb Stunden länger als veranschlagt. Die Umwege haben sich gelohnt, die rote Steinlandschaft ist auch bei einem zweiten Besuch spektakulär und einzigartig.

Island in the Sky, diesen Teil des Canyonland National Parks lassen wir uns nicht entgehen. Die Landschaft ist überwältigend (uns gehen mittlerweile die Adjektive und Superlative aus!). Das Visitor Center hat gutes Internet und wir können endlich unsere Website wieder aktivieren. Zeit für eine kleine Wanderung, zwei Stunden zum Murphy Point stimmt uns auf die Landschaft ein. Am Grand Overview wandern wir den Rim-Trail, es geht auf beiden Seiten mehrere hundert Meter in die Tiefe.

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Am nächsten Morgen stehen wir bereits vor Sonnenaufgang am Mesa Arch und müssen erkennen, diese Idee hatten noch dutzende andere Fotografen. Die Stimmung ist ruhig und respektvoll und die Fotos phantastisch.

Wir erklettern in der Morgenkühle den Aztec Butte, wo noch prähistorische Vorratshäuschen zu sehen sind.

Der Schefer Trail ist eine ca. 72 Kilometer lange Naturstrasse, die vom Canyonlands National Park nach Moab führt. Allradantrieb und hohe Bodenfreiheit werden empfohlen, genau das Richtige für unseren Alphie. In engen Spitzkehren geht es eine Felswand hinunter, wir halten den Atem an. Danach kommen wir nicht mehr vorwärts, da ein Fotosujet das andere jagt, nach drei Stunden erreichen wir müde Moab.

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Wir sind neugierig auf Needles, den südlichen Teil des Canyonlands National Park. Die Parks sind nicht miteinander verbunden, der Colorado River und tiefe Canyons liegen dazwischen. Hier geht es beschaulicher zu und her, die Busladungen voller chinesischer oder italienischer Besucher fehlen uns gar nicht, schon fast ein Geheimtipp. Wir erwandern die Namensgebenden Nadeln und machen Bekanntschaft mit den steinernen Elefanten.

In der Schweiz sind es gelbe Markierungen, hier weisen charmante Steinmännchen den Wanderern den Weg.

Randbemerkung: Übernachtungsplätze
iOverlander ist eine App, mit der wir oft sehr schöne, meist ‚wilde‘ Übernachtungsplätze finden. Häufig sind diese Plätze ohne Infrastruktur über Naturstrassen erreichbar, die mit 4x4 risikoloser und besser zu befahren sind. Einige Plätze in Bildern:

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Idaho, Gratiscampground in der Nähe Balanced Rock.

Sehr schön in einer tiefen Schlucht gelegen.

Wir waren allein.

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Diamond Road dispersed camping auf BLM (Bureau of Landmanagement) Land ca. 25 Kilometer vor Canyonlands, Island in the Sky.

Zwei Mal übernachtet.

Hamburger Rock, ca. 20 Kilometer vor Canyonlands National Park, Needles. BLM-Land. Der Weg zum Standplatz war ziemlich ruppig.

Lassen wir uns abzocken?

2 comments

  1. Hallo Eva,
    Ich muss immer wieder an Euch denke, und schaue regelmässig auf Eure Seite.
    Wie geht es Euch ??? Es sieht alles sehr spannend aus.Ich hoffe Euch geht es gut.
    Freue mich , etwas von Dir zuhören.
    Herzlichst
    Jacqueline Suter

    1. Liebe Jacqueline
      Es freut mich sehr von Dir zu hören. Ja uns geht es sehr gut, wir haben gerade las vegas einen Besuch abgestattet und sind nun wieder auf dem Weg in die Einsamkeit der Mojave-Wüste.
      Herzliche Grüsse
      Eva

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