Schweiz – Cancun – Playa del Carmen – Mahahual – Campeche – Becan – Escarcega – Isla Aguada – Catemaco – Veracruz

24.10. – 19.11.2020

Wenige Tage vor Abflug informiert uns Edelweiss, dass der gezielt gebuchte Direktflug nach Cancun nun mit Zwischenstopp über Punta Cana (Dominikanische Republik) fliegen wird. Das haben wir so nicht gewollt, denn nun ist das Flugzeug voll. Wir versuchen so gut als möglich Abstand zu halten, desinfizieren uns laufend die Hände und ärgern uns, dass wir in Punta Cana das Flugzeug kurz verlassen müssen.

Haben wir uns angesteckt?

Bei Yuri und Nathan von Cancun Storage erwartet uns ein frisch gewaschener und startbereiter Alphie, das ist ein Lichtblick!

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Trotz Hurricane-Warnung fahren wir nach Playa del Carmen, um nochmals mit Stefan Ulrich von cenoteadventures.com in die Mayaunterwelt abzutauchen. Das Auge des Hurricanes, mittlerweile auf einen Tropensturm heruntergestuft, zieht in der Nacht genau über Cozumel, neben Playa del Carmen, hinweg. Er ist immer noch so stark, dass im ganzen Quartier während Vierundzwanzig Stunden der Strom und damit auch das Wasser, denn die Wasserpumpen laufen elektrisch, ausfallen. Für uns kein Problem: Alphie hat Strom dank Solarpanel und damit auch Wasser.

Was in der Schweiz die Schneeräumung, ist in Playa del Carmen das Wegwischen der Blätter und Äste nach einem Sturm. Alle helfen mit.

Stefan Ulrich hat das ultimative Abenteuer für uns parat: er hat Zugang zu einer privaten Cenote (Media Luna), die nur sehr wenig betaucht wird und sich in einem ursprünglichen Zustand befindet. Aber zuerst müssen wir uns nach dem Tropensturm mit dem Beil einen Weg durch den Dschungel bahnen. Das gefällt den Männern!

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In Mahahual gibt es einen Anlegesteg für Kreuzfahrtschiffe und dazu entsprechende touristische Infrastruktur. Da jedoch zurzeit kaum kreuzfahrende Touristen unterwegs sind, gibt es viele leere Restaurants und Bars, die auf Kundschaft warten. Wir stehen beim kleinen Restaurant ‘Casa de Langosta’, das zwei Stellplätze unter Palmen direkt am Strand – die Räder quasi im Wasser – anbietet. Die Langusten sind köstlich, die Tage entspannend und Corona-Probleme weit weg. Wir haben keine Symptome, ergo haben wir uns auf dem Flug nicht angesteckt.

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Für die etwas einsamere Strecke nach Escarcega werden die Vorräte in Chetumal aufgestock. Die Ausläufer des Hurricane Eta, der über Nicaragua wütet, bringt viel Regen und damit Feuchtigkeit und Mücken, was zu unruhigen Nächten führt. Beim Besuch der Ruinen von Cohunlich werden wir tropisch verregnet, es gelingt uns jedoch, die gemeisselten Steinköpfe zu fotografieren.

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Die Ruinen von Becan sind geschlossen, frech verschaffen wir uns zu Fuss Zutritt. Auf der 32-Meter hohen Pyramide haben wir besten Telcel-Empfang und kommunizieren mit Europa. Derweil winken uns Gärtner von unten zu und rufen ‘no servicio’, aber plötzlich verstehen wir kein Spanisch…unbehelligt verlassen wir die weitläufige Anlage auf dem gleichen Weg wie wir gekommen sind. Als wir diese Geschichte anderen mexikanischen Gästen erzählen, lachen diese schallend.

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Kurz vor Conhuas gibt es eine grosse Fledermaushöhle. In der Abenddämmerung verlassen Tausende von Fledermäusen ihre Schlafplätze und fliegen aus. Der Zugang ist nur mit Führer erlaubt, aber auch hier ist niemand, wir umgehen – wieder einmal - die Abschrankung und sind allein im Dschungel mit hunderttausenden von Fledermäusen, die um uns herumschwirren. Ein beeindruckendes Erlebnis.

Dann die Enttäuschung, die Ruinen von Calakmul sind geschlossen, sehr schade! Wir starten durch zur Isla Aguada am Golf von Mexico, wo wir nochmals einige Tage am Strand verbringen.

Streunende Hunde sind in Mexico allgegenwärtig, aber hier treffen wir auf eine sehr abgemagerte junge Hündin, die offensichtlich irgendwo Welpen säugt. Wir nennen sie ‘Skinny Mama’ und Eva verfüttert ihr während unseres Aufenthaltes zwei Kilogramm premium Hundefutter, mehr können wir nicht für sie tun.

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Unsere letzte ‘wilde Nacht’ am Strand steht bevor. Der Weg zur Playa Estrella ist nach schweren Regenfällen nur mit 4x4, Untersetzung und viel Bodenfreiheit möglich. Genau das richtige für Alphie. Wir stehen allein am kilometerlangen Strand, der leider mit angeschwemmtem Plastikmüll übersäht ist.

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Der Bundesstaat Tabasco steht nach schweren Regenfällen vielenorts unter Wasser: überschwemmte Dörfer, Kühe und Pferde bis zum Bauch im Sumpf und stinkende wilde Müllplätze. Wir kommen an überfluteten Friedhöfen vorbei, die einen infernalischen Gestank verbreiten.

Unser Motto: nichts wie weg hier, aber wohin?

Gute Overlandplätze sind sehr selten. Auf Parkplätzen von Einkaufscentern wollen wir aus Sicherheitsgründen nicht übernachten und auf Nächte an Tankstellen zwischen mexikanischen Lastwagen und ihren Fahrern (z.B. Pemex) haben wir auch keine Lust. Glück haben wir bei der Hacienda Maria Jesus, sie ist offen, bietet Kakaotouren an und wir dürfen unter den Bäumen übernachten. Der Haciendero (Besitzer) kommt persönlich vorbei, um mit uns ein Schwätzchen zu halten.

'Wenn es im Himmel keine Schokolade gibt, will ich nicht hin',
'Geld mag sprechen aber Schokolade singt', voll einverstanden.

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Die in spanischer Sprache geführte Kakaotour findet Thomas etwas langweilig, bei der Herstellung von Schokolade und der anschliessenden Degustation schmilzt er aber dann doch.

Auf der Fahrt nach Catemaco bemüht sich in Ayuacan die Policia transito (Verkehrspolizei) um unsere Pesos.

Die ganze Story unter Pleiten Pech und Pannen.

So etwas haben wir auf der iOverlander-App noch nie gesehen, die Liste der Besucher des Dschungelcamps La Jungla ist sehr lang und die Beschreibungen sind des Lobes voll. Wie versprochen gibt es Affen, Papageien und das ultimative Dschungelfeeling inkl. halbnatürlichem Planschbecken und Anfahrt über einen engen, matschigen Dschungelweg. Der Name ist hier Programm.

Im Balneario 5 Chorro lassen wir uns von kleinen Wasserfällen die Schultern massieren, schlemmen uns durch super Camarones (Crevetten) und verfüttern einem Streuner unsere letzten Thunfischkonserven. Der Abschied naht.

In Veracruz gibt es keine wirklich guten Plätze zum Übernachten und zum Vorbereiten für die Verschiffung. Wir fahren zur ‘Rancho la Condesa’ in Boca del Rio und stehen wieder einmal vor verschlossenem Tor. Durch das Fenster sehen wir die Putzfrau und machen uns bemerkbar, sie telefoniert mit dem Chef, dann mit der Chefin und schliesslich, nach langer Diskussion, können wir uns zwei Nächte auf dem Parkplatz erkaufen.

Beim Verschenken der letzten Lebensmittel inkl. unseren ungeliebten, unpraktischen Campingstühlen, lernen wir José kennen. Er chauffiert uns zu einem Fischrestaurant, wo wir als exotische Gringos unter lauter Mexikanern hervorragende Mariscos (Meeresfrüchte) geniessen.

Alphie erhält eine Innen- und Aussenreinigung, das Wasser wird abgelassen und die Bordelektronik wird ausgeschaltet. Die teuersten Ausrüstungsgegenstände nehmen wir in unser Gepäck und müssen unseren treuen Reisegefährten mit mulmigen Gefühlen in den Händen von Kombi Mexiko zurücklassen.

Der Hafen von Veracruz hat nicht den besten Ruf!

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In welchem Zustand werden wir ihn in Bremerhaven zurückerhalten?

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