Veracruz – Cancun – Koppigen – Bremerhaven – Basel – Eiken – Wintersingen – Engelberg – Herbertingen

19.11.2020 – 15.1.2021

Problemlos: nicht unbedingt eine Eigenschaft der grassierenden zweiten Welle der Coronapandemie, dennoch unser Credo für diesen Bericht.

Der Flug von Veracruz zurück nach Cancun mit Viva Aerobus professionell und problemlos. Unsere letzten Tage in der Zona Hoteleria von Cancun: ungewohnt und für uns wenig mexikanisch.

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Im ausgebuchten Edelweiss-Flieger zurück in die Schweiz, Bezug unseres bekannten Airbnb in Koppigen, ja genau: problemlos. Vielen Dank Heidi und Ruedi für den herzlichen Empfang!

Alphie soll noch vor Weihnachten abholbereit in Bremerhaven stehen, aber das Ankunftsdatum der ‘Höegh Detroit’ verschiebt sich immer weiter Richtung ‘Abholung nach Weihnachten’. Wir versuchen gelassen zu bleiben, verbringen Weihnachten coronabedingt im kleinen Familienkreis und wandern unverdrossen durch das winterliche Emmental.

Die Abholung
Akribisch bereiten wir unsere Anfahrt nach Bremerhaven durch ein fast ‘geschlossenes’ Deutschland vor: Anmeldung der Reise im Internet, ausgedruckte Bahnbillette, Bestätigung unserer Agentur betreffend unaufschiebbarer Abholung eines Reisemobils, lückenlose Dokumentation des Werdegangs und Nachweis (Nummernschilder, CH-Versicherungsnachweis), dass es sich trotz deutscher Kabine um einen waschechten Schweizer handelt. Ein grosser Packen Papier im Gegensatz zum sehr leichten Reisegepäck, wir wollen keinesfalls wie Touristen aussehen.

Etwas nervös sitzen wir auf unseren reservierten Plätzen im leeren ICE Richtung Bremerhaven. Die Schaffnerin der DB liest - modern - unsere online gekauften Billette ein, um sie dann noch – altmodisch – abzuknipsen. Dazu ein kleiner Plausch betreffend Maskenpflicht und Händedesinfektion. Weiter interessiert sich kein ‘Schw…’ für uns oder unsere Dokumente.

Im Hotel in Bremerhaven müssen die Kontaktdaten hinterlegt und eine eidesstattliche Erklärung unterschrieben werden, dass unsere Reise nicht touristisch motiviert ist. He ja, wir holen dringend Fracht im Bremerhaven ab!

Da kommt er: durchgefroren, durchgeschüttelt aber in perfektem Zustand!

Wir haben mit Kombi Mexico (Koral Uncu spricht Deutsch) Agent in Veracruz, Höegh Autoliner (Reederei) und ASI Auto Shipment GmbH (Tanja Holler) Agent in Bremerhaven verschifft.

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Die Einfuhr
Der Zollvorgang nennt sich ‘mündliche Rückwarenabfertigung durch Kunde’, aber dieser ist weder dem 4-Sterne-Zollbeamten noch der vorgesetzten 6-Sterne Zollbeamtin geläufig. Zusammen durchforsten sie das Internet, werden fündig und 4-Sterne-Beamter wird dazu verdonnert, eine Inspektion vorzunehmen. Draussen herrscht ‘Schietwedder’ (eiskalter Graupelschauer), was den Vorgang extrem beschleunigt. Ein kurzer Blick auf Nummernschilder und Rahmennummer, schnell die Zollpapiere gestempelt, fertig, problemlos.

Tanken, einkaufen und schon sind wir unterwegs Richtung Schweiz. Unbehelligt von Obrigkeiten, Polizei oder anderen Kontrollorganen übernachten wir in Nörten beim Schwimmbad und in Emmendingen beim Sportplatz, keine ‘S…’ interessierts. Zudem stellen wir erleichtert fest: Alphie hat eine funktionierende Standheizung, diese kam seit Alaska kaum mehr zum Einsatz.

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Kurz vor der Schweizer Grenze gibt Alphie klopfende Geräusche von sich, irgendetwas stimmt nicht, aber wir können trotzdem weiterfahren. Bei der Einreise interessiert sich – wir wundern uns nicht mehr - niemand für uns.

Einiges muss umgeräumt werden, denn das Temperaturdelta Mexico versus Winter in der Schweiz ist maximal. Sonnencreme, Mückenschutz und Beachwear verschwinden in den Tiefen des Stauraums dafür tauchen Faserpelz und dicke Socken auf.

Am St. Albanrheinweg in Basel verbringen wir unbehelligt in der blauen Zone stehend Silvester und die ersten Tage im neuen Jahr. Die Verkehrspolizei interessiert sich nur für korrekte Parkberechtigungen, beim kleinsten Verstoss wird gebüsst aber wir stehen perfekt. Freunde und Familie kommen zu Besuch und wir reichen Prosecco, Lachsschnittchen und Käsehäppchen.

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TLC (Tender Loving Care, Liebevolle Zuwendung)
Das braucht unser Alphie nach 44'000 gefahrenen Kilometern durch Nordamerika. Bei Roland Mösch in Eiken werden die Flüssigkeiten und Filter ausgetauscht. Die Radlager sind am Ende ihrer Lebenszeit und müssen ersetzt werden, die vielen Kilometer auf Holperpisten fordern ihren Tribut. Alphie klopft nicht mehr und trifft 'Verwandte'.

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Nach zwei Nächten in der Werkhalle steuern wir einen privaten Stellplatz beim alten Feldschüürli auf der Rickenbacher Höchi an. Vielen Dank für die grosszügige Bewirtung und Gastfreundschaft an Susanne und Peter. Wir erleben bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt vier Nächte autarkes Wintercamping in spektakulärer Umgebung, der Hammer!

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Weitere Wintercampingerfahrung sammeln wir auf dem Engelberg ob Olten, den Jura und die Alpen im Blick. Kalt, schön und problemlos dank funktionierender Heizung.

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Im zugeschneiten Baden-Württemberg wird bei Alpha Cab in Herbertingen unser defektes Solarpanel – endlich - fachgerecht repariert. Mehr dazu unter Pleiten Pech und Pannen.

Pendenzen abgearbeitet, Familie und Freunde besucht, Alphie zurück und in Top-Zustand. Nun zieht es uns mit ungebrochenem travelmood Richtung Süden.

Risotto, Pizza oder Moussaka?

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