SCHLESIEN
(11.6. – 1.7.2021)

Heuneburg – Aalen – Nürnberg – Dresden – Jelena Gora – Breslau – Opole – Oswieciem

Endlich wieder on Tour, wenn auch (nur) in Europa! Einige Wissenslücken werden auf dem Weg nach Nordosten geschlossen:

Der Besuch der Heuneburg, in der Nähe von Ravensburg, war schon lange auf dem Programm. Die Verabredung mit Uschi und Hans-Peter entwickelt sich zu einem gemütlichen z’Nacht vor dem Wall dieses keltischen Fürstensitzes.

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In Aalen ‘nehmen wir den Limes mit’: viel römisch/germanische Geschichte. Das Museum ist besuchenswert, die Aussenanlage etwas enttäuschend.

In Nürnberg werden die Kenntnisse über die Naziprozesse am Originalschauplatz (Sitzungssaal Nr. 600) aufgefrischt. Dies posten wir umgehend ‘unserem’ Anwalt. Die Ausstellung mit Originalfilmaufnahmen ist beeindruckend.

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Bei 34 Grad ist ein Besuch Dresdens anstrengend. Dazu kommt, dass von einem Bad in der Elbe dringend abgeraten wird, schade. Die modernisierten Plattenbauten aus DDR-Zeiten leuchten in der Nacht in allen Farben.

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Der Grenzübertritt von Deutschland nach Polen in Görlitz interessiert wiedermal kein Schw….
Der Empfang ist heftig: Starkregen, Hagelstürme und eine unverständliche Sprache. Das Dach einer Tankstelle schützt uns vor dem Gröbsten, aber das mit der Sprache wird uns weiter begleiten.

Wer von den Loireschlössern in Frankreich noch nicht genug hat, kann nahtlos in Polen weiter machen. Es gibt, insbesondere im Hirschbergtal, unzählige Schlösser des preussischen Adels, allein drei Sommersitze des deutschen Kaiserhauses. Man hat die Qual der Auswahl. Das Wetter lässt weiterhin zu wünschen übrig, aber unverdrossen wird Thomas von Eva von einem Schloss zum nächsten geschleppt. Hier z.B. Schloss Schildau, Ansbach, Fürstenstein und Lomnitz.

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Beim berühmten, romantischen Garten in Bukowiec ist die Grenze für Thomas erreicht. Eva besichtigt ihn im Nieselregen alleine. Die dazugehörenden Gebäulichkeiten bedürfen noch einiger restauratorischer Aufmerksamkeit.

Gratisparkplätze in Breslau sind rar, aber es gibt eine Lösung: die Baustellenausfahrt ist am Wochenende nicht offen und zudem ist das Schild auf Polnisch, verstehen wir nicht…
In der Innenstadt ‘tanzen die Bronzezwerge' als ob es kein Corona gibt. Da machen wir als Geimpfte zögerlich mit.

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Schneeeeeekoppe, kennt jeder, der in den siebziger Jahren die entsprechende Werbung gesehen hat. Aber es gibt sie wirklich, ein berühmter Berg (Berglein) mit swissmade Sessellift zu erreichen. Die polnischen Sommerferien haben begonnen und trotz schlechten Wetters sind viele Ferienhungrige unterwegs. In Einerkolonne wird auf den kopfsteingepflasterten Wegen gewandert. Das macht nicht wirklich Spass, wir lieben es einsamer.

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Wir haben ein paar Schrauben locker und bereits welche verloren. Ersatz wäre schnell beschafft, wenn man das DYI-Geschäft denn erkennen könnte. Unter mittlerweile geübtem Einsatz von Google-Translate wird Thomas im Baumarkt dann doch noch fündig.

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Bledne Staly (wilde Steine) sind ein Steinlabyrinth in dem man sich ohne die wegweisenden Planken hoffnungslos verlaufen würde. Ein riesiger natürlicher Irrgarten, nicht nur Kinder haben Spass.

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Stellplätze gibt es in Polen zuhauf. Die Einsamkeit mit Bademöglichkeit ist da schon etwas schwieriger zu finden. In Opole ist es soweit, endlich herrscht sommerliches Wetter und wir stehen abseits am Badesee. Während des Tages tobt der Familienbadespass, Frühmorgens und Abends haben wir den Strand und den See für uns alleine. Alphie hat immer den Überblick.

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In Oswieciem wie Auschwitz heute heisst, planen wir den Besuch der ehemaligen KZ-Anlagen. Das Museum ist erst seit einem Monat wieder geöffnet und wir buchen die grosse Tour (sechs Stunden) auf Deutsch.

Man kennt die Bilder aus Büchern, Filmen und Fernsehen. Am Originalschauplatz mit namentlichem und persönlichem Bezug zu Personen, beim Anblick der riesigen Berge von Haaren, Brillen, Schuhen, Koffern und Geschirr, beim Zuhören von Interviews mit KZ-Überlebenden wird der Horror des Holocaust spürbar. Bedrückend und sehr anstrengend. Wir laufen durch das Stammlager Auschwitz sowie durch Auschwitz-Birkenau (so gross wie 280 Fussballfelder), vorbei an Baracken, Krematorien, Gedenkstätten und Verwaltungsgebäuden.

Unangenehmer Zwischenfall
Neben polnischen Zeltcampern finden wir ein schönes Plätzchen an einem See. Wir hoffen auf einen entspannten Abend, um etwas Abstand vom anstrengenden Tag zu gewinnen. Aber dieser Tag ist noch lange nicht zu Ende!

Wir liegen bereits im Bett als es an die Kabine poltert. Draussen steht ein völlig betrunkener Pole, der lautstark lallend auf sich aufmerksam macht. Wir verstehen nichts, die Handzeichen, die er gibt, sind jedoch eindeutig: er will Geld. Thomas droht auf Schweizerdeutsch zurück, fotografiert ihn und gibt ebenso deutliche Handzeichen, dass er abhauen solle. Der Betrunkene torkelt weiter und wir beobachten, wie er auf die gleiche Weise und ebenso erfolglos die polnischen Camper belästigt. Als er zurück kommt und immer aggressiver nach Geld verlangt, müssen wir einsehen, dass hier an eine ruhige Nacht nicht zu denken ist. An 'wilden' Plätzen sind wir immer abfahrbereit, auch an diesem. Bevor es zu Tätlichkeiten kommt, sind wir bereits weg.
Fortsetzung folgt asap im nächsten Bericht.

Die Weichselauen haben wir immernoch nicht gesehen.

4 comments

  1. Hi ihr zwei
    Herzlichen Dank, dass ich durch eure tollen Bilder, Geschichten und Eindrücke virtuell so viel miterleben darf. Bin gespannt wie es weitergeht und schicke liebe Grüße
    Elisabeth

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