Tolhum – Ushuaia – Antarctic Peninsula – South Shetland – Ushuaia

4. – 15.1.2022

Die Vorbereitung
Gleich nach der Ankunft in Argentinien melden wir uns bei ‘Freestyle Adventures’, einer kleinen Firma in Ushuaia, die Last-minute-Reisen in die Antarktis anbietet. Per News-Letter erhalten wir ihre Angebote, insbesondere die ‘Private-Deals’ beinhalten saftige Rabatte.

Kurz vor Weihnachten öffnen die chilenischen Grenzen und wir wagen die definitive Buchung: 10 Tage Antarktis, sofort zahlbar, keine Rückerstattung. Bis zur Einschiffung sind weitere zwei PCR-Tests und ein Schnelltest am Einschiffungstag notwendig. Wir ‘asozialisieren’ und vermeiden Kontakte, auch mit anderen Reisenden. Weihnachten auf einem windigen Felsen, Silvester an einer Lagune, wichtig ist Einsamkeit.

2019 war Ushuaia unser Ziel, dank Covid ist es 2022 nur ein Zwischenstopp. Wir erreichen die südlichste Stadt der Welt bei sommerlich frischen 2 Grad und Schneeregen. Macht nichts, Ushuaia ist Ushuaia. Im Parque National del Tierra del Fuego erreichen wir auch das Ende der Ruta National 3.

Bei Freestyle Adventures leihen wir Ausrüstungsgegenstände und packen für den siebten Kontinent. Dafür reicht der etwas schmuddelige Camping Municipal von Ushuaia.

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Parkplätzchen gesucht
In Ushuaia gibt es keine bewachten, sicheren Parkplätze. Am Flughafen stehen langzeitparkierte Autos unbewacht kreuz und quer, ebenso am Hafen. Es wird uns versichert, dass es hier ‘sicher’ sei aber wir sind diesbezüglich sehr unsicher. Bei der Mercedesgarage erhalten wir ein Angebot: 10 Tage sicheres Parken für eintausend USD. Begründet wird dieser Preis mit der ‘Verantwortung’, die die Garage übernehmen müsse, von wegen sicher parkieren auf der Strasse…

Über Humberto – einziger eingetragener Platz auf iOverlander – wird uns Nelly vermittelt. In ihrem kleinen Hinterhof, hinter eisernem Schloss und Riegel, hat Alphie gerade eben Platz.

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Beschwingt geht es zum letzten Schnelltest vor der Einschiffung und dann über die Gangway auf die Ocean Victory (Ice Class 1A, Polar Class 6) direkt in die Kabine 621. Aber die Freude hält nur kurz, eine Person mit positivem Schnelltestergebnis hat sich aufs Schiff geschmuggelt, wurde erwischt, vom Schiff komplimentiert und das ganze Schiff unter Quarantäne gestellt. Lange Stunden erhalten wir nur spärliche, kryptische Informationen und wissen nicht, ob wir überhaupt in See stechen werden. Kurz nach Mitternacht mit sieben Stunden Verspätung legen wir dann doch noch ab. Aber die Kabinen dürfen nicht mehr verlassen werden, alle Mahlzeiten werden aufs Zimmer geliefert, jeden Tag gibt’s einen Schnelltest. Und jeden Tag gibt es mehr Covid-Positive.

Die Durchquerung der Drakepassage dauert zwei Tage, trotz angeblich sehr ruhiger See benötigen wir einen konstanten ‘Stugeron-Pegel’ gegen die Übelkeit, gegen die Langeweile in der Kabine helfen der Blick aus dem Fenster und unsere Bücher.

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Am zweiten Tag auf See hat der Kapitän ein Einsehen und verordnet allen Eingesperrten dreissig Minuten Freigang auf den diversen Decks. Man sieht sich zum ersten Mal. Dazu erhalten alle eine Gratisflasche österreichischen Durchschnittswein in die Kabine geliefert (Kommentar Thomas: "das säuft sonst Keiner")

Wir erreichen den südlichen Polarkreis, ab jetzt geht es nur noch nach Norden, das wird mit Champagner draussen gefeiert.

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Am dritten Tag – endlich - gibt es den ersten Ausflug per Zodiac (Lemairech, bei Cape Renard), wir können es kaum glauben und geniessen das schöne Wetter. Dank täglichem Corona-Antigen-Schnelltest dürfen die ‘Negativen’ ihre Mahlzeiten zudem gestaffelt im Bordrestaurant einnehmen. Doch die Fallzahlen an Bord steigen.

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In Paradise Bay, der Name ist Programm, kommt richtiges Antarktis-Expeditions-Wildlife-Feeling auf.

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Weiter nach Neko Harbour, jeden Tag mind. Zwei Ausflüge/Landgänge mit den Zodiacs. DAS haben wir gebucht. Eva nimmt das lange ersehnte Fussbad im Antarktischen Meer.

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Die Kabinen mit Personen in Isolation erkennt man daran, dass Tischchen vor dem Eingang stehen, worauf die Mahlzeiten deponiert/ins Zimmer geholt werden können. Beide Kabinen neben uns und zwei Kabinen vis-à-vis sind derart ‘gekennzeichnet’. Von Omicron umzingelt tragen wir konsequent Masken, desinfizieren unsere Hände an jedem Dispenser der uns in die Quere kommt und verzichten auf jegliches ‘socializing’ mit den vielen amerikanischen Mitreisenden. Dafür entschädigen die Ausflüge.

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In Cuverville kreuzen wir fressende Buckelwale, besuchen – noch – eine grosse Genkoo-Pinguinkolonie und zum Kaffee beobachten wir schlafende Wale beim Schiff. Sie ‘hängen’ an der Meeresoberfläche ab und lassen sich nicht stören

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Jeden Morgen ein Schnelltest, anschliessend banges Warten, ob die eigene Zimmernummer ‘dringend’ gebeten wird, per Telefon die Rezeption zu kontaktieren. 621 ist nicht dabei.

Auf den Southshetland-Isands, in der Halfmoon-bucht, dann der ultimative ‘Kick’: Hunderte Chinstrap-Pinguine schauen zu, als wir den Polar-Plunge im fünf Grad warmen Wasser wagen. Echt Cool!

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Wir nehmen nach wunderbaren Tagen auf und um den weissen Kontinent und den Southshettland-Inseln Abschied.

Ein once-in-a-lifetime-Erlebnis!

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nordwärts - Richtung Türme des blauen Himmels ?

2 comments

  1. Irre was ihr erleben durftet, ganz ohne den kleinsten Neid gönnen wir es euch von Herzen. Bleibt gesund und passt auf euch in jeder Beziehung auf.
    Ganz liebe Grüße aus Spanien
    Hans-Peter und Uschi

    1. Liebe Uschi, lieber Hans-Peter,
      danke für die netten Wünsche. Schön das Ihr unser Blog “verfolgt”.
      Wir wünschen Euch viele tolle Erlebnisse in Spanien.
      allways safe travel

      Eva & Thomas aus Chile

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