Chos Malal – Valle Hermoso – Mendoza – Parque National Ischigualasto - Siete Colores - Piedra Pomez – Antofagasta – Cono Erita – San Antonio de los Cobres – Salta

24.2. – 20.3.2022

Die berühmte Ruta National 40 degeneriert nach Chos Malal von einer löchrigen Wüstenstrasse zu üblem, gefährlichen Ripio. Wir kommen an einem überschlagenen Auto vorbei, auf Nachfrage sagen die beiden unverletzten Frauen, dass Hilfe auf dem Weg sei. Wir fahren etwas vorsichtiger weiter.

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Mächtige Vulkane (hier der Troman) und spektakuläre Landschaften säumen unseren Weg. Übernachtungsplätze sind rar, denn die ‘übliche’ Panamericanaroute führt auf diesem Abschnitt durch Chile. Für uns wegen der schwierigen Grenzsituation zur Zeit keine Option. In einem Lavafeld werden wir dann doch noch fündig.

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Mit zwei Worten hat uns Erich das Valle Hermoso (Schöntal) empfohlen: 4x4, must. Die Anfahrt bis nach Las Lenas, einem kleinen etwas heruntergekommenen Skiort, ist asphaltiert und problemlos. Danach folgt, wie könnte es anders sein, eine üble schmale Ripio-Piste. Die Landschaft lässt hoffen.

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Für die Bewohner der Städte Neuquén und San Rafael ist dieses Tal ein Naherholungsgebiet. Entsprechender Verkehr herrscht auf der ausgefahrenen Naturstrasse und Kreuzen ist schwierig. Wir lassen nicht locker, kreuzen gefühlte einhundert Mal von unserem breiten Fahrzeug ebenfalls genervte Argentinier und bewältigen die letzten vier Kilometer steile, ausgefahrene Serpentinen ins wunderschöne Tal.

Auf den Campingplatz an der blauen Lagune für Zelt- und Dachzeltcampende haben wir keine Lust. Weiter hinten, direkt im Flussbett, gibt es ‘wilde’ Plätze, wo zum nächsten Camper sehr grosse Abstände eingehalten werden. Wir gönnen uns zwei Tage.

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Der Gummi ist gerissen
Die Ripio-Piste fordert ihren Tribut, der Auspuff schlägt ‘donnernd’ ans Chassis. Das ist nicht schlimm aber nervt gewaltig. Thomas inspiziert zum dritten Mal den Gummipuffer und stellt fest: tiefe Risse, spröde Konsistenz, muss dringend ersetzt werden. Notdürftig wird das Gummiteil mit Hilfe eines alten Radiergummis, viel Leim und Duct Tape geflickt, nützen tut es kaum.

Für die Rückfahrt starten wir Frühmorgens, um dem Kreuzungsproblem etwas auszuweichen. Kurz vor Ende der Serpentinen müssen wir – bergauf! – einen argentinischen PW abschleppen. 4x4 und Untersetzung, No problemo. Das argentinische Pärchen dankt per Handschlag.

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In Mendoza müssen wir das Gummipufferproblem lösen. Thomas kontaktiert die im iOverlander hochgelobte Toyota-Garage von Daniel Ojeda und schickt ihm ein Foto des benötigten Teils. Tatsächlich, er kann es in Buenos Aires bestellen, einziger Nachteil ist die fünf bis sieben tägige Lieferzeit. Wir haben keine Wahl und ‘hängen’ die nächsten Tage in Mendoza, Ausflüge auf Ripio kommen nicht in Frage.

Ein Mittagessen im ‘Ojo de Agua’, Weinkellerei von Dieter Meier in der Agrelo Alta, muss sein und ist ein Highlight.

Eingesaut zum Ersten
Die kleinen grünen Papageien mögen die Kerne von Früchten, die auf dem Baum direkt über unserem Stellplatz wachsen. Das Fruchtfleisch scheint ihnen nicht zu munden und wird ausgespuckt, direkt auf unser Fahrzeug. Bis wir realisieren wie klebrig und hartnäckig haftend diese Reste sind, sind wir eingesaut. Auf dem Weingut Posada Cavieres von Hans putzt Thomas die Solarpanels, dafür kommt zum ersten Mal der mitgeführte Plastikteigschaber zum Einsatz. Alles beobachtet von einem japanischen Pärchen, das mit einem Mercedescamper (!) mit japanischen Nummernschildern auf Tour ist. Uns wundert nichts mehr.

Das Päckchen ist angekommen, es ist das richtige Teil, wir danken Daniel überschwänglich und bezahlen dafür umgerechnet ca. CHF 15.

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Wir nehmen Abschied von Patagonien: windig, stürmisch, holprig, einsam, abwechslungsreich und den Sternen zum Greifen nahe.

Beim Cerro Siete Colores finden wir einen spektakulären Übernachtungsplatz.

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Wenn immer möglich nutzen wir Bademöglichkeiten, wie hier in einem wunderschönen Canyon.

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Der Parque Provincial Ishigualasto wird uns empfohlen. Er liegt in einer normalerweise trockenen Wüste aber kurz nach Beginn der geführten Rundfahrt durch den Park, regnet es sintflutartig. Die Naturstrasse verwandelt sich in einen Fluss und der Ranger entscheidet sich zurecht für eine Umkehr. Die PW’s sind den Bedingungen nicht mehr gewachsen, uns nötigt es ein müdes Lächeln ab.

Etwas enttäuscht ziehen wir weiter, denn es ist unklar wie lange die Instandsetzung des ausgewaschenen Wegs dauern wird. Wir wollen hoch hinaus in die Einsamkeit der Catamarka. Volltanken ist das Wichtigste, dazu gönnen wir Alphie im Hinblick auf die kommenden Herausforderungen den Luxusdiesel von Shell. 180 Liter kosten umgerechnet rund 120 CHF, immer noch SEHR günstig im Vergleich zu den Dieselpreisen in Europa. Vollgetankt mit insgesamt 240 Litern geht es auf die Ruta National 43, immer bergauf auf rund 3800 müM. Alphie schafft das langsam, stotternd und leicht qualmend.

Eingesaut zum Zweiten
Auf dem Weg gibt es flache Wasserpfützen, die wir ohne abzubremsen passieren können. Bis auf die Eine, die tiefer ist. Das braune schlammige Wasser spritzt bis übers Dach, einen Moment sehen wir nichts mehr. Ausser Dreck ist nichts passiert, aber wir sehen abenteuerlich aus und es gibt keine Autolavado weit und breit. Kommentar von Thomas: "Das hätte mir auch passieren können".

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Für die Stichstrasse zu den Piedras Pomez (Bimsstein) wird Allradantrieb empfohlen. Wir benötigen nicht nur 4x4 sondern müssen sogar in die Untersetzung, um das schwierige Terrain (tiefer Sand) zu bewältigen.  Dem ‘eingesoffenen’ argentinischen Fahrzeug können wir nicht helfen, da wir selbst an unsere Grenzen kommen. Aber das Ziel ist einzigartig. Hier hat die Natur (Vulkane, Wind, Wasser) einen spektakulären riesigen Skulpturengarten aus Bimsstein geschaffen. Wir staunen nur noch und fragen uns, warum dieser Ort nicht bekannter ist.

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Die Höhe macht sich mit latenten Kopfschmerzen bemerkbar. Beim Aufstieg zum Vulkan über Antofagasta keuchen wir schlimmer als Alphie und sind noch langsamer unterwegs. Die Aussicht ist spektakulär.

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Rund um Antofagasta darf man nicht wild Campieren, das respektieren wir und stellen uns hinter die Hosteria Municipal. Die Nächte auf dieser ungewohnten Höhe sind wenig erholsam. Unser nächstes Ziel: der Cono Erita, ein – noch – nicht ausgebrochener Vulkankegel im Salzsee. Dazwischen liegt der 4635 müM gelegene Kolla Atacamena. Eine Herausforderung und ein Rekord für uns und für unseren Dieselmotor ohne Turbo. Thomas justiert die Höhenkompensation und die letzten, sehr steilen zweihundert Meter, schaffen wir qualmend, mit Allrad und Untersetzung im ersten Gang.

Jetzt gibt’s erstmal Frühstück: lauwarmen Kaffee und altbackene Brötchen, ist uns egal! Dann geht es mit viel Qualm zum Cono Erita, das dauert den ganzen Tag, denn der Weg ist eine Piste und auf dieser Höhe kann Alphie nur langsam. Wie ein unreifer Pickel thront der Cono im Salzsee.

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Eine gerissene Schweissnaht
Der Auspuff hat seit dem Ersatz des Gummipuffers keinen Schlag gegen das Chassis mehr geführt, dafür hat die Schweissnaht, die den Boden unserer Heckkiste befestigt, nachgegeben. Mit einem Gurt befestigt Thomas den Boden der Kiste provisorisch. Das muss neu geschweisst werden.

Wiedermal ein Eintrag unter unserer Rubrik Pleiten Pech und Pannen.

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Schnurgerade und topfeben ‘fliegen’ wir mit 80 kmh auf 3'800 müM über die von der Mine angelegte Strasse im Salar de Arizaro, das hätten wir uns nie träumen lassen.

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Eingesaut zum Dritten
Vor Tolino Grande geht es über eine rote Staubstrasse. Zum braunen Farbton der Wasserpfützenspritzer kommt der rote Staub dieser Landschaft. Er ist sehr fein und kriecht in alle Ritzen, insbesondere der Inhalt der undichten Heckkiste wird rot gepudert.

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Über weitere 4590 müM geht es nach San Antonio de los Cobres. Weniger steil und somit weniger anspruchsvoll aber immer noch langsam, stotternd, qualmend und in der Untersetzung. Auf 3900 müM gibt es wieder eine leicht kopfschmerzende Nacht.

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Der Weg nach Salta, immer den Berg hinunter von 3900 auf 1100 müM, auf asphaltierter breiter Strasse kommt uns nach der wilden Catamarca wie ein Sonntagsspaziergang vor.

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Es dauert mehrere Tage, bis Alphie wieder adrett instandgestellt ist. Dafür quartieren wir uns in Salta auf dem Camping Municipal ein, es ist der einzige sichere Ort für Overlander.

Salz und Zucker?

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